NAVIGATION
  • Epidemiologisches Krebsregister Niedersachsen

    Welche Funktion hat das Krebsregister?

    Der medizinische Fortschritt hat die Verfahren zur Diagnose und Therapie ganz erheblich verbessert. Viele Ursachen für die Entstehung einer Krebserkrankung sind aber auch heute noch nicht bekannt.

    Bevölkerungsbezogene Krebsregister sind am besten geeignet, um zuverlässige Aussagen über die Häufung und Verteilung von Krebskrankheiten zu erhalten. Sie sammeln und bewerten Daten zu Erkrankungsfällen und geben Hinweise auf Krebs fördernde Belastungen (z. B. Umwelteinflüsse, unerwünschte Wirkungen von Arzneimitteln oder familiäre Häufungen). So kann beispielsweise einem bestehenden Verdacht, dass eine Substanz Krebsentstehung fördert, anhand eines Krebsregisters nachgegangen werden. Wenn Krebserkrankungen in einer bestimmten Region oder über einen längeren Zeitraum hinweg besonders häufig auftreten, wird dies hier sichtbar.

    In Niedersachsen wurde im Jahr 2000 ein bevölkerungsbezogenes Krebsregister eingerichtet, dem inzwischen Krebserkrankungen aus dem ganzen Land gemeldet werden (Epidemiologisches Krebsregister Niedersachsen, EKN).

    Um Krebsrisiken sicher zu erkennen, müssen möglichst alle neu aufgetretenen Erkrankungen (mindestens 90 Prozent) erfasst und statistisch analysiert werden. Nur wenn die Meldungen vollzählig sind, lassen sich auffällige Häufungen frühzeitig feststellen, mit Werten aus anderen Regionen oder anderen Bundesländern vergleichen und tatsächlich auch für die Beurteilung eines vermuteten Krebsrisikos heranziehen.

    Sollten Sie selbst betroffene Patientin oder betroffener Patient sein, so können auch Sie einen wertvollen Beitrag zur Erweiterung der Kenntnisse über Krebserkrankungen leisten und dadurch in der Zukunft anderen Menschen helfen. Aus diesem Grund bitten wir Sie, dem Krebsregister Daten zu Ihrer Person sowie Daten über Ihre Erkrankung zur Verfügung zu stellen. Die Meldung an das Krebsregister wird dann durch Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihren behandelnden Arzt vorgenommen.

    Das Krebsregister arbeitet mit bereits bestehenden Einrichtungen zusammen, die Patientinnen und Patienten mit Krebs begleiten oder betreuen und für diesen Zweck Daten erfassen. Dazu gehören die Nachsorgeleitstellen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und die Tumorzentren an den Hochschulen Hannover und Göttingen. Möglicherweise sind Ihnen diese Einrichtungen bereits bekannt.

    Alle Daten werden selbstverständlich nur in verschlüsselter (anonymisierter) Form nach den strengen Vorschriften des Datenschutzes weitergegeben und ausgewertet. Bearbeitet werden diese dann in zwei voneinander unabhängigen Einheiten, der Vertrauensstelle und der Registerstelle. Beide Einheiten werden ärztlich geleitet und sind mit medizinischen- und Datenverarbeitungs-Fachkräften besetzt. Ein Faltblatt, das Sie von Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt erhalten können, macht auf die Aufgaben des Krebsregisters aufmerksam und gibt Ihnen weitere Informationen über die Arbeitsweise dieses Dokumentationssystems. Ihre Entscheidung zur Teilnahme am Krebsregister ist selbstverständlich freiwillig. Bitte bedenken Sie bei Ihrer Entscheidung, dass die Erfassung der Daten von möglichst allen Menschen, die an Krebs erkranken, entscheidend für die Erkennung von Krebsrisiken ist.

    Ihre Mithilfe sowie die Mitarbeit Ihrer Ärztin bzw. Ihres Arztes ist unerlässlich und entscheidend für die gesamte Qualität und Nutzbarkeit des Krebsregisters. Deshalb schon an dieser Stelle vielen Dank, wenn Sie sich zu dieser Mitwirkung bereit gefunden haben!

    Weitere Informationen unter: www.krebsregister-niedersachsen.de